Am Rande der Armut
(Bild: Uschi Dreiucker/pixelio.de) (Bildquelle: uschi dreiucker  / pixelio.de)
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Am Rande der Armut
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Am Rande der Armut – Möglichkeiten und Alternativen

Wer an Armut denkt, meint in den seltensten Fällen das reiche Österreich. Dass aber auch hierzulande ein nicht zu unterschätzender Anteil der Bevölkerung ernsthafte Probleme mit der Finanzierung des Alltags hat, wird nur zu gerne immer wieder vergessen. Unser Journalist Mag. Helmut Strauß recherchierte, wie auch für diese Menschen eine Teilnahme am „ganz normalen Wirtschafts- und Kommunikationsleben" trotzdem möglich ist.

Rund 1,2 Millionen Österreicher, das sind knapp 14 Prozent der Wohnbevölkerung, waren im Jahr 2012 armutsgefährdet. So steht es im EU-Sozialbericht SILC, der im vergangenen Dezember von der Statistik Austria veröffentlicht wurde.

Als Einkommensarmutsschwelle werden 60% des durchschnittlichen Pro-Kopf- Haushaltseinkommens definiert: 2013 waren dies 1066 Euro für einen Einpersonenhaushalt, für eine Familie mit zwei Kindern 2238 Euro. Die meisten Einkommen armer Menschen liegen allerdings weit unter dieser Schwelle, so haben 300.000 Menschen nicht mehr als 600 Euro zur Verfügung.

Im Jahr 2013 waren in Österreich 511.000 Menschen (6% der Wohnbevölkerung) von Armut und sozialer Ausgrenzung betroffen. Sie sind manifest arm, haben neben einem niedrigen Einkommen auch Einschränkungen in zentralen Lebensbereichen (z.B. Bildung, Wohnung, Bekleidung).

Überschuldung als Armutsursache

Eine der häufigsten Ursachen für Armut ist Überschuldung. Nach Angaben des Kreditschutzverbandes von 1870 wurden in den ersten 9 Monaten des Jahres 2013 in Österreich 6.839 Schuldenregulierungsverfahren eröffnet, wobei die durchschnittlichen Schulden pro Fall EUR 121.000,- betrugen.

Wobei das nicht heißt, dass alle diese Menschen gedankenlos Schulden machen.
Oft sind 300 Euro unerwartete Mehrkosten schon eine Katastrophe: es heißt einfach, dass ein Kind beispielsweise in der Schule mit zum Schikurs fahren möchte, dass das notwendige (meist alte) Auto den Geist aufgibt oder dass z.B. durch Krankheit erhöhte Kosten entstehen. Kein Konto, was nun? Gesellschaftliches und berufliches Leben ist für diese Menschen meist sehr begrenzt, denn sie haben oft schon mit ganz alltäglichen Dingen zu kämpfen, beispielsweise ein Leben ohne Bankverbindung.
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Helmut Strauß

Die Fortsetzung dieses Artikels lesen Sie in der 3. Ausgabe des Ja-Magazins (Frühjahr 2014)

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